Ausschreibung III. Internationale Konferenz für Studenten und Doktoranden „Welt und Wissenschaft“ 2017

III. Internationale Konferenz für Studenten und Doktoranden
„Welt und Wissenschaft“ 2017

Nationale Forschungsuniversität – Hochschule für Wirtschaft

Mittwoch, 19. April 2017

Ausschreibung

Liebe Studenten, liebe Doktoranden, liebe Kollegen,

am 19. April 2017 wird zum dritten Mal die deutschsprachige Konferenz „Welt und Wissenschaft“ an der Higher School of Economics (HSE) in Moskau stattfinden.

Wir laden Sie herzlich ein, Ihre Forschungsergebnisse in deutscher Sprache auf unserer Konferenz vorzustellen.

Auf dieser Konferenz werden Sie die Möglichkeit haben

  • Ihre Beiträge mit interessierten Studenten und Professoren aus Deutschland und Russland zu diskutieren,
  • professionelle Kontakte zu Studenten und Wissenschaftlern aus Deutschland und Russland zu knüpfen,
  • sich über konkrete Möglichkeiten für Studien- und Forschungsaufenthalte an Universitäten in Deutschland zu informieren.

Wenn Sie Ihre Arbeit auf der Konferenz vorstellen möchten, füllen Sie bitte das Bewerbungsformular (unter der Adresse https://lang.hse.ru/weltundwissenschaft/) aus und senden es bis zum 31. Januar 2017 an folgende E-Mail Adresse: welt_wissenschaft@mail.ru.

Fristen und Termine

Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 31. Januar 2017.

Sie werden bis zum 15. Februar 2017 benachrichtigt, ob Ihre Bewerbung erfolgreich war.

Die Konferenz findet am 19. April 2017 statt.

Teilnahmegebühr, Reisekosten

Es wird keine Teilnahmegebühr erhoben.

Die Teilnehmer tragen ihre Reisekosten (An- und Abreise, Aufenthalt in Moskau) selbst.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbungen

Das Organisationskomitee

Prof. Dr. Ewgenija Uspenskaja

Dr. Julia Pasko

Dr. Anastassija Afonina

Dr. Tim Jäkel

Sektionen

Wissen, Handeln, Reflektieren

Moderator: Dr. Pjotr Rezvykh

https://www.hse.ru/en/org/persons/10600650

Was auch immer wir Menschen tun – wir richten uns nach unserem Wissen davon, was ist, und nach unseren normativen Vorstellungen davon, was und wie es sein soll. Beides, Wissen und Handeln, durch Reflexion zu vermitteln sucht im Grunde jede Philosophie. Das Verhältnis von Theorie und Praxis, von vita contemplativa und vita activa wurde in der Philosophiegeschichte sehr unterschiedlich aufgefasst: Wenn die vormoderne Tradition meistens den Vorrang des Theoretischen betonte, setzte das Denken der Neuzeit dagegen immer mehr auf das Primat des Praktischen, sei es in der Begründung der experimentellen Naturforschung Bacons oder in den moralphilosophischen Überlegungen Kants. Heute werden beide Fragestellungen sowie die Entgegensetzung vom Theoretischen und Praktischen als solche in den verschiedenen philosophischen Richtungen zunehmend einer starken Kritik unterzogen. Über alle möglichen Positionen in dieser Debatte wollen wir uns in unserer Sektion „Wissen, Handeln, Reflektieren” austauschen. Beiträge aus allen Teilgebieten der Philosophie, von der Metaphysik oder Erkenntnistheorie bis hin zur politischen Philosophie oder Ästhetik, sowie aus verschiedenen Denkrichtungen sowohl der kontinentalen als auch der analytischen Tradition sind herzlich willkommen.

 

Recht in Theorie und Praxis: Globale Herausforderungen und neue Impulse

Moderator: Alexander Dreut

http://russland.ahk.de/recht/

Oftmals hat man nach der Annahme neuer Gesetze Neuland vor sich. Je nach ihrer Anwendung und richtiger Umsetzung können die einen Gesetze interessante Initiativen untermauern, die anderen aber undurchdringliche Hürden entstehen lassen. Ein frischer Einblick in gesetzliche Neuerungen, Prognosen oder bereits vorhandene Erfahrungswerte über deren Anwendung bringen stets Klarheit und Sicherheit und tragen dazu bei, dass Gesetze ihrem Entstehungszweck gerecht werden. Auch Vergleiche aus anderen Rechtsbereichen, dem Ausland und der dort bestehenden Erfahrung sowie Beispiele aus der Vergangenheit können nicht nur als Stoff für Diskussionen, sondern auch als Grundstein für neue Ideen und Initiativen im Rechtsbereich dienen. Gerne können dabei Werke aus deutscher und russischer Rechtswissenschaft in sachkundige Analysen zu aktuellen Themen einbezogen werden. Auch bestehende Unterschiede in rechtlichen Begriffen, Meinungen zu deren Vergleichbarkeit oder der Zweckmäßigkeit von deren Einführung aus einem jeweils anderen Rechtssystem sind gefragt. Ob der zunehmende Einfluss gerichtlicher Praxis auf Entscheidungen von Gerichten in Russland, Deutschland und anderen Ländern, kollisionsrechtliche Fragen oder Besonderheiten der Geltendmachung ausländischer Gerichtsbeschlüsse – wir freuen uns auf Ihre Beiträge zu den verschiedensten Themen des Rechtsbereichs.

Literatur, Kultur, Translation

Moderatorin: Dr. Iris Bäcker

http://www.fb06.uni-mainz.de/deutsch/

http://www.uelex.de/

Bekanntlich schaut die Welt jeweils anders aus, wenn man sie von Moskau oder von Berlin aus betrachtet. Jedermann, der eine Reise in das andere Land unternimmt, wird diese ebenso schlichte wie lehrreiche Erfahrung machen. Aber auch am Schreibtisch, bei der Analyse von interkulturellen Phänomenen aller Art, verspricht ein bewusst vorgenommener Perspektivwechsel neue Einsichten. Zu erfragen wäre dann, wie man aus russischem Blickwinkel auf die „deutschen“ Dinge schaut und aus deutschem Blickwinkel auf die „russischen“. Solche kulturgeprägten Sichtweisen und Wahrnehmungsunterschiede sollen in der Sektion „Literatur, Kultur, Translation“ vorgestellt und diskutiert werden. Einerlei, ob es um das aktuelle Russland-Bild in den deutschen Medien geht, um russisch-deutsche „geteilte Erinnerungsorte“ wie den 8./9. Mai 1945 oder um die Übersetzerin Swetlana Geier als Dostoevskijs „Stimme“ im Deutschen, – es gilt beide Ansichten, die russische genauso wie die deutsche,  im Auge zu behalten. Beiträge aus der russistischen oder germanistischen Literatur- und Kulturwissenschaft sowie aus benachbarten Disziplinen wie der Komparatistik oder den Translationwissenschaften sind herzlich willkommen.

Vergangenheit und Gegenwart

Moderator: Martin Beisswenger, PhD

https://www.hse.ru/en/org/persons/93759602

„Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen.“ Diese berühmten Worte des amerikanischen Schriftstellers William Faulkner beschreiben die unvergängliche Wirkung der Vergangenheit in der Gegenwart. Dabei stellen Vergangenheit und Gegenwart zwei Seiten ein und derselben Medaille dar. Die Vergangenheit stellt unablässig Fragen an die Gegenwart, während sich die Gegenwart ebenso ständig in der Vergangenheit vergewissert. In diesem Sinne lädt diese Sektion Beiträge ein, die Geschichte nicht lediglich als eine Summe vergangener Ereignisse und Personen sehen, und die sich nicht auf eine trockene Aufzählung von Namen und Daten beschränken, sondern diese auch als einen Teil unserer aktuellen Gegenwart verstehen. Thematisch und chronologisch sind möglichen Vorträgen keine Grenzen gesetzt. Es wird aber erwartet, dass die Vortragenden sich und ihre Themen als Teil einer lebendigen wissenschaftlichen Diskussion verstehen und mit den Methoden geschichtswissenschaftlichen Arbeitens vertraut sind. Vorschläge zu Vorträgen sollten neben einer klar umrissenen Fragestellung auch Angaben zu den verwendeten Quellen sowie zu der wissenschaftlichen Aktualität beinhalten.

 

Politik und Verwaltung

Moderator: Dr. Tim Jäkel

www.hse.ru/en/staff/jaekel

Ich lade Sie ganz herzlich ein, Ihre Arbeit zu Thema Verwaltung und Politik in meiner Sektion vorzustellen. Für eine Bewerbung gibt es zwei Voraussetzungen:

  1. Ihr Beitrag beschäftigt sich mit Verwaltung, oder mit Politik, oder mit beidem zusammen, Politik und Verwaltung.
  2. Ihr Beitrag befasst sich mit Politik/Verwaltung in der Russischen Föderation, oder in Deutschland (oder vergleicht beide Länder).

Beispiele: Ihr Beitrag, dass kann eine Fallstudie über eine Verwaltungsbehörde sein. Wie reformierte etwa das deutsche Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) seine Arbeit, als 2015 mehr als eine Million Asylsuchende nach Deutschland kamen? Der Beitrag könnte beleuchten, wie das BAMF einen neuen Leiter bekam, eine neue Strategie und modernere Arbeitsmethoden – und so ziemlich erfolgreich die Herausforderungen der sog. Flüchtlingskrise bewältigte.

Moskau wandelt sich – jeden Tag, etwa im Bereich Öffentliche Infrastruktur: Neue Metrostationen werden gebaut, moderne Einkaufszentren ersetzen die unkontrollierten Märkte überall in der Stadt. Welche Programme stehen hinter diesen Veränderungen? Wer plant sie und wie führen die Mitarbeiter in der Verwaltung sie in der Praxis durch? Was funktioniert, und was funktioniert nicht?

Ihr Beitrag, das kann auch eine Fallstudie sein, wie Bürokratien in Krisenzeiten versagen, weil sie nicht von Routinearbeiten auf Krisenmodus umschalten können.

Willkommen sind genauso theoriebasierte statistische Arbeiten über Politik und Verwaltung.

Ich freue mich auf Ihre Bewerbung!

 

Soziologie

Moderatoren: Dr. Christian Fröhlich

https://www.hse.ru/en/org/persons/127116556

Die Sektion möchte aktuelle Prozesse sozialen Wandels und damit verbundene gesellschaftliche Herausforderungen diskutieren. Besonders interessant sind daher Vortragsbewerbungen, die sich mit den Wechselverhältnissen verschiedener gesellschaftlicher Teilbereiche befassen, besonders, aber nicht ausschließlich, vor dem Hintergrund einer globalisierten Welt, in der nationale Schließungsbemühungen immer stärker werden. Wir freuen uns vor allem über empirische Studien aus allen Bereichen der Soziologie, z.B. über Eigen- und Fremdbilder, kollektive Identitäten, Zivilgesellschaft und soziale Bewegungen, und Deutungsprozesse und Verhaltensmuster in Welten der Bildung oder der Arbeit, in institutionellen sowie organisationalen Zusammenhängen. Ebenfalls gesucht sind Studien über Normen und Werte und deren Wandel bzw. Stabilität in verschiedensten Lebensbereichen. Welche Rolle spielen nationale, ethnische, religiöse oder politische Identitäten, und welche Beziehung haben sie zu den Deutungen von sozialem Wandel? Und welche verhaltenswirksame Schlussfolgerungen ziehen Menschen daraus? Von besonderem Interesse sind ländervergleichende Forschungen sowie empirische Studien, die eine deutliche theoretische Fundierung aufweisen.

Wirtschaft und Gesellschaft

Moderator: Carsten Sprenger, PhD

https://www.hse.ru/en/org/persons/495746

Für die Sektion „Wirtschaft und Gesellschaft“ möchten wir sehr herzlich Studenten der Wirtschafts- und Politikwissenschaften sowie interessierte Politik- und Wirtschaftswissenschaftler einladen, die ihre Forschungsergebnisse in deutscher Sprache bei unserer Konferenz vorstellen und diskutieren möchten. Der Hauptfokus unserer Sektion liegt auf den Wechselbeziehungen zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Mögliche Themen sind der Einfluss politischer Institutionen auf wirtschaftliche Entwicklung und die Auswirkung wirtschaftlicher Veränderungen auf Politik und Gesellschaft, aber auch andere Arbeiten aus dem Gebiet der Wirtschaft und Politikwissenschaft sind herzlich willkommen.

 

Über die Nationale Forschungsuniversität – Hochschule für Wirtschaft (HSE)

Die Konferenz findet statt an der National Research University Higher School of Economics (Nationale Forschungsuniversität – Hochschule für Wirtschaft). Die HSE ist eine der führenden Universitäten in der Russischen Föderation. Sie wurde 1991 gegründet und zählt rund 27.000 Studenten.

Frühere Konferenzen

Das Programm der Konferenz 2016 finden Sie unter der Adresse: https://lang.hse.ru/weltundwissenschaft/

Diskussion in der Sektion Recht auf der Konferenz 2016, vorne rechts Moderator Tobias Stüdermann.